Traditionen und Bräuche

    Karneval

    2012 berichtete das rbb-Fernsehen über den Karneval in Kolochau Link

    Bosseln

    Was ist eigentlich Bosseln? Es handelt sich hier um einen ostfriesischen Mannschaftssport, der nach folgenden Regeln betrieben wird:

    Gebosselt wird meistens auf Landstraßen. Der Anwurf erfolgt in jeder Gruppe vom Gastgeber, danach jeweils der Gast. Nach den Anwürfen beim Start erfolgen die weiteren Abwürfe an den Stellen, wo die Kugeln die größen Weiten erreicht haben, im rechten Winkel zur Wurfstrecke. Die jeweils zurückliegende Kugel wird im weiteren Verlauf zuerst geworfen. Gelingt es der zurückliegenden Mannschaft erneut nicht, an der gegnerischen Kugel vorbeizuwerfen, erhält der Gegner einen Schoet. Kugelaufnahmepunkte und die Wiederanwurfstellen sind zu markieren. Sobald die Kugel der zur Zeit führenden Gruppe vollständig die Wende- oder Zielmarkierung überschritten hat, darf die in Rückstand liegende Gruppe nicht mehr werfen. Bei der Wendemarkierung wird umgeholt, die Gruppen tauschen dann die Abwurfstellen.

    Soweit die Theorie...

    ...tatsächlich wird auch nach leicht abgewandelten Regeln gespielt, aber darum geht es letztlich gar nicht, sondern um ein nettes Beisammensein zur Pflege der Dorfgemeinschaft. Dazu dienen denn nun auch die häufigen Pausen, bei welchen Brote, Würste, Schnitten, Kuchen, und was sonst noch so alles mitgebracht wurde, verzehrt wird. Dabei kann es vorkommen, daß hin und wieder auch Mal etwas Alkohol fließt...

    Im Anschluß an den "Wettbewerb" treffen sich alle Mannschaften noch in der Gatstätte "Zur Stadt Herzberg" um die erreichten Erfolge zu feiern.

    Kopplappenball

    Nach altem Brauch treffen sich die Frauen des Ortes in traditionellen Trachten. Es wird gefeiert und getanzt... zunächst ohne Männer. Diese halten sich gewöhnlich im Gastraum auf und dürfen später – wenn sie denn von einer der Damen dazu aufgefordert werden – dazukommen.

    Oster- und Herbstfeuer


    Woher kommt das Osterfeuer?

    Als weltliche Volkssitte ist das Osterfeuer seit 1559 bezeugt, geht aber angeblich auf vorchristliche Traditionen zurück, die sich an so genannten Brandopferplätzen als Gruben zeigen. Die 1906 erstmals erkannten Plätze sind ein Phänomen der jüngeren Bronze- und der Eisenzeit. Sie besitzen gemeinsame, ihre Lage betreffende Attribute: exponierte Lage im Gelände, auf Höhenzügen oder Kuppen, Nähe zum Wasser, jedoch nicht zu Wohnplätzen. Die nordischen Brandopferplätze bestehen aus der Ballung muldenförmiger Erdgruben mit Holzkohleanreicherung und gebrannten Steinen an der Peripherie. Auf der Mehrzahl der Plätze sind die Gruben regellos verteilt. Auf den übrigen sind sie zu Reihen geordnet. Die größte Ansammlung liegt in Dänemark, bei Rønnige Søgard auf Fünen, wo über 300 von vermutlich 500 Feuerstellen ausgegraben wurden. Auch die im Jahre 2002 in Reinach in der Schweiz gefundene Brandgruben könnte auf eine derartige Tradition deuten.

    In der Liturgie ist folgendes zum Osterfeuer zu finden:
    Vor der Feier der Osternacht in der katholischen Kirche wird ein kleines Feuer entfacht, das Osterfeuer. Nachdem sich die Gemeinde um das Osterfeuer versammelt hat, entzündet der Priester am Feuer die Osterkerze, die hiernach als Licht in die dunkle Kirche getragen wird. Die brennende Kerze versinnbildlicht dabei Christus als Licht der Welt. Wie einst das Volk Israel der Feuersäule durch die Wüste folgte, so folgen die Gläubigen Jesus Christus auf dem Weg vom Tod zum Leben.

    >>> Bilder Herbstfeuer 2011

    Teichfahren

    Seit Jahrzehnten findet in Kolochau das weit über die Grenzen von Brandenburg hinaus bekannte Teichfahren statt...

    Das war Pech!

    Beim Teichfahren geht es darum, den Dorfteich mit einem Fahrrad auf einem speziell für diese Veranstaltung in den Teich gebauten Steg von ca. 40-50 m Länge und nur ca 20 cm Breite zu überqueren.

    Die Hauptvorgabe ist klar: NICHT HINEINFALLEN!

    Sollte das von mehreren Teilnehmer geschafft worden sein, wird das Ganze noch einmal wiederholt. Wenn der Sieger so immer noch nicht zu ermitteln ist, sprich: "... die wollen einfach nicht hineinfallen!", dann wird die ganze Sache noch etwas verfeinert. So wird zum Beispiel derjenige zum Sieger gekürt, der die "Überfahrt" am langsamsten zustande gebracht hat.

    Zu gewinnen ist ein Wanderpokal, den derjenige schließlich behalten darf, der in drei aufeinanderfolgenden Jahren Meister wurde.
    >>> Bilder Teichfahren 2011

    Zampern


    Zampern?

    Das Zampern (auch Zemper, Zempern oder Heischegang genannt) ist eine alte sorbische Tradition in zahlreichen Dörfern der Lausitz. Das Wort stammt vom sorbischen "Heischen, Einfordern" (camprowanje). Entstanden ist das heutige Fest, das jährlich vor der Fastnachtszeit stattfindet, aus vorchristlichen Glaubensformen, Fruchtbarkeitszauber, Begrüßungs- und Vertreibungszauber. Das Maskieren und Verkleiden, das Lärmen und Musizieren sowie das Schlagen mit Lebensruten (Weiden- und Birken-Ruten) sollte böse Geister, Gespenster und Dämonen vertreiben. Vertreiben soll das Zampern auch den Winter, sowie den Frühling empfangen. Lustige Gesellen in bunten Kostümen und zum Teil gruseligen Masken ziehen durch die Dörfer, rasseln und trompeten den Winter weg, klopfen an jede Tür und erheischen bei den Dorfbewohnern Zutaten für das "Zampernessen", regional auch "Kreschke" genannt, welches teilweise am gleichen Tag, manchmal am darauf folgenden Wochenende stattfindet. Dieser Festschmaus (das "Verprassen" von Speck, Eiern und Spirituosen) findet teilweise in den Dorfgaststätten, aber auch bei Dorfbewohnern oder in der Dorfschmiede statt. War es früher vor allem die Dorfjugend, die durch die Straßen zog, sind mittlerweile auch Erwachsene innerhalb der Zampergesellschaften zu finden.

    Die erbetenen Gaben sind Speck, Zwiebeln und Eier, aber auch Wein und Hochprozentiges. Bargeld ist ebenfalls gerne gesehen. Die Beschenkten und ihre Kapelle, -wenn vorhanden-, geben ein (manchmal derbes) Ständchen, und nach dem gemeinsamen Leeren eines Gläschen mit dem Hausbesitzer und einem Tänzchen mit dessen Frau zieht die Gesellschaft weiter zum nächsten Haus.

    Texte und Fotos mit freundlicher Genehmigung von Thomas Will

    Kolochau
    Gemeinde Kremitzaue Landkreis Elbe-Elster